Erfahre, wie du Training altersgerecht und gelenkschonend steigerst – ohne Verletzungen und Überlastung. Ein neues Jahr fühlt sich nach einem perfekten Neustart an – auch für deinen Hund. Viele Hundehalter nehmen sich vor, längere Spaziergänge zu machen, mehr zu spielen oder sogar mit einem neuen Hundesport zu starten. Bewegung ist für Hunde genauso wichtig wie für uns Menschen, aber falscher Ehrgeiz kann schnell zu Überlastung, Schmerzen und Verletzungen führen.
Warum Überlastung beim Hund so gefährlich ist
Hunde sind Meister darin, Schmerzen zu überspielen, weil sie dir gefallen und Zeit mit dir verbringen möchten. Während du nach einem zu intensiven Training klar merkst „Das war zu viel“, läuft dein Hund oft weiter, bis es ernsthafte Probleme gibt. Hier zeigen sich die Folgen dann als Zerrungen, Entzündungen, Erschöpfung oder verschlimmerte Gelenkprobleme – alles gut gemeint, aber falsch aufgebaut.
Die typischen Fehler motivierter Hundehalter:
• Zu viel, zu schnell: Von 30 Minuten Gassi auf plötzlich zwei Stunden.
• Zu intensiv: Ballspielen, Radfahren, Agility ohne vorherigen Muskel- und Konditionsaufbau.
• Zu belastend: Lange Strecken auf Asphalt oder gefrorenen Böden.
• Warnsignale ignoriert: Müdigkeit, Lahmen oder Bewegungsunlust werden übersehen.
Altersgerechte Bewegung: Welpe, Erwachsener, Senior
Nicht jede Art von Bewegung passt zu jedem Hund – Alter, Rasse, Gesundheitszustand und Trainingsstand spielen eine große Rolle. Als Physiotherapeutin mit über 20 Jahren Erfahrung und Hundebesitzerin von Enya ist es wichtig, diese Unterschiede im Training zu beachten.
Welpen und Junghunde
Bei Welpen und jungen Hunden befinden sich Knochen, Gelenke und Muskulatur noch in der Entwicklung. Zu viel oder falsche Belastung in dieser Phase kann dauerhafte Schäden verursachen.
Geeignet für Welpen und Junghunde:
• Kurze, spielerische Einheiten von 10-15 Minuten am Stück.
• Mehrere kurze Runden über den Tag verteilt statt einem langen Spaziergang.
• Verschiedene Untergründe (Wiese, Waldboden, Sand) zur Förderung von Koordination und Körpergefühl.
• Freies Spiel mit anderen Hunden mit ausreichend Pausen.
• Schnüffeln, Erkunden, Umwelt kennenlernen.
Zu vermeiden in der Wachstumsphase:
• Lange Wanderungen oder Jogging-Runden.
• Sprünge (z.B. Agility, Frisbee, hohe Bordsteine).
• Häufiges Treppensteigen, wenn möglich reduzieren.
• Laufen am Fahrrad.
• Monotone, gleichförmige Dauerbelastungen.
Bei Enya wurde im Welpenalter besonders darauf geachtet, Belastung kontrolliert und dosiert zu steigern – nach einem Sturz war ein vorsichtiger Muskelaufbau noch wichtiger. Welpen sind keine kleinen Erwachsenen und brauchen ein eigenes, angepasstes Bewegungsprogramm.
Erwachsene Hunde
Erwachsene Hunde befinden sich – je nach Rasse – ungefähr zwischen dem 2. und 7. Lebensjahr in ihrer besten Leistungsphase. In diesem Abschnitt kannst du Kondition und Muskulatur gezielt und strukturiert aufbauen.
Geeignete Aktivitäten für erwachsene Hunde:
• Längere Spaziergänge, deren Dauer langsam gesteigert wird.
• Schwimmen als gelenkschonendes Ganzkörpertraining.
• Hundesportarten (z.B. Agility, Mantrailing) nach vernünftiger Vorbereitung und Aufwärmen.
• Wanderungen mit geplanten Pausen.
• Apportierspiele in Maßen, ohne endloses Ballwerfen.
Wichtige Aufbau-Regel: Steigere Dauer, Strecke und Intensität um maximal 10–20% pro Woche, nicht mehr. So hat der Körper Zeit, sich anzupassen und Verletzungsrisiken werden deutlich verringert.
Senior-Hunde
Senior-Hunde – je nach Rasse etwa ab 7–8 Jahren, große Rassen oft früher – profitieren enorm von regelmäßiger, aber angepasster Bewegung. Ziel ist es, Gelenke zu entlasten, Muskeln zu erhalten und die allgemeine Beweglichkeit zu fördern.
Geeignete Bewegung für Senioren:
• Mehrere kurze Spaziergänge statt einer sehr langen Runde.
• Gemächliches Tempo mit Zeit zum Schnüffeln und Stehenbleiben.
• Weiche Untergründe wie Wiesen oder Waldboden statt harten Asphalts.
Je nach Gesundheitszustand können ergänzend physiotherapeutische Übungen, gelenkschonende Aktivität oder gezielter Muskelaufbau sinnvoll sein, um die Lebensqualität deines Hundes zu erhalten.
Fazit für den Blogartikel
Mit einem gut geplanten Bewegungsprogramm, das Alter und Belastbarkeit deines Hundes berücksichtigt, wird dein Neujahrsvorsatz „mehr Bewegung“ zu einem echten Gesundheitsbooster statt zur Überforderung. Wenn du unsicher bist, welche Aktivitäten, Distanzen oder Sportarten für deinen Hund geeignet sind, lohnt sich eine individuelle physiotherapeutische Beratung.
