Als vor vier Jahren meine Dackelmischlingshündin Enya nach einem Sturz im Welpenalter plötzlich anders lief als zuvor, wurde mir als Physiotherapeutin eines schmerzlich bewusst: Hunde sind Meister darin, still zu leiden. Selbst mit meiner über 20-jährigen Erfahrung in der Physiotherapie hätte ich die subtilen Zeichen beinahe übersehen. Durch regelmäßige physiotherapeutische Anwendungen gewann sie zunehmend an Lebensqualität und Bewegungsfreude zurück – eine Erfahrung, die mich dazu inspirierte, auch anderen Hunden und ihren Besitzern zu helfen und immer ganz genau hinzuschauen.
In meiner mobilen Praxis in Bietigheim-Bissingen ist ein auffälliges Gangbild oder ungewöhnliche Trägheit der häufigste Grund, warum Hundebesitzer meine Hilfe suchen. Oft mit der Frage: „Irgendetwas stimmt nicht, aber ich weiß nicht genau was.“ Genau deshalb möchte ich dir heute die fünf subtilsten Anzeichen zeigen, die darauf hindeuten, dass dein Hund Schmerzen hat.
Warum Hunde Schmerzen verbergen
Anders als wir Menschen zeigen Hunde ihre Beschwerden oft erst sehr spät. Das liegt in ihrer Natur: In freier Wildbahn würde ein Tier, das Schwäche zeigt, schnell zum Ziel von Raubtieren oder würde aus dem Rudel ausgeschlossen. Dieser uralte Instinkt steckt noch immer in unseren Haushunden – auch wenn sie längst keine Bedrohung mehr fürchten müssen.
Die Folge: Wenn dein Hund deutlich humpelt oder jault, sind die Schmerzen meist schon erheblich. Bei chronischen Erkrankungen wie Arthrose haben viele Tiere jahrelange Beschwerden und leiden still. Bevor überhaupt eine Behandlung beginnen kann, müssen die subtilen Anzeichen richtig gedeutet werden. Deshalb ist es so wichtig, auf die leisen Signale zu achten.
Die 5 subtilen Anzeichen
Anzeichen 1: Verändertes Gangbild
Das Gangbild ist oft das erste, was auffällt – wenn man weiß, worauf man achten muss. Ein auffälliges Gangbild ist tatsächlich der häufigste Grund für den Erstkontakt in meiner Praxis. Achte auf:
- Leichtes Humpeln: Dein Hund entlastet ein Bein minimal, vielleicht nur nach dem Aufstehen oder nach längeren Spaziergängen.
- Steifheit: Besonders morgens oder nach dem Liegen wirkt der Gang roboterartiger als sonst.
- Verändertes Tempo: Dein sonst flotter Hund schlurft plötzlich eher gemächlich.
- Gewichtsverlagerung: Das Gewicht wird ungleichmäßig auf die Beine verteilt.
Bei Enya war es ein leicht steiferer Gang nach dem Aufstehen, der mir auffiel. Für Außenstehende kaum sichtbar, für mich als Therapeutin ein erstes Warnsignal.
Anzeichen 2: Verhaltensänderungen
Hunde, die Schmerzen haben, ziehen sich oft zurück oder verändern ihr Verhalten auf subtile Weise:
- Ungewöhnliche Trägheit: Dein aktiver Hund hat plötzlich keine Lust mehr auf sein Lieblingsspiel.
- Weniger soziale Interaktion: Er sucht weniger Kontakt zu dir oder anderen Hunden.
- Reizbarkeit: Manche Hunde werden bei Schmerzen schneller genervt oder sogar ungewohnt aggressiv.
- Verändertes Schlafverhalten: Er schläft mehr oder findet schwerer zur Ruhe.
Diese Veränderungen schleichen sich oft langsam ein. Viele Besitzer bemerken erst im Nachhinein: „Stimmt, seit Monaten spielt er nicht mehr so gerne Ball.“
Anzeichen 3: Vermeidungsverhalten
Achte darauf, was dein Hund plötzlich nicht mehr tun möchte:
- Treppen steigen: Er zögert vor Stufen oder nimmt einen Umweg.
- Nicht mehr aufs Sofa springen: Was früher selbstverständlich war, wird jetzt gemieden.
- Schwierigkeiten beim Aufstehen: Er braucht mehrere Anläufe oder stöhnt dabei.
- Ins Auto steigen wird zum Problem: Er wartet, bis du ihn hochhebst.
- Kopf tief halten: Er frisst oder trinkt nur noch ungern, weil das Absenken des Kopfes Schmerzen bereitet.
Das Besondere daran: Dein Hund zeigt dir nicht direkt, dass er Schmerzen hat – er vermeidet einfach die Situationen, die Weh tun. Bei meinen Hausbesuchen in Bietigheim-Bissingen und Umgebung schaue ich mir deshalb das häusliche Umfeld genau an, z.B. wie viele Treppen täglich zu bewältigen sind und wo der Schlafplatz des Hundes liegt. Diese Umfeld-Analyse gibt oft wertvolle zusätzliche Hinweise.
Anzeichen 4: Körpersprache
Die Körpersprache deines Hundes ist ein offenes Buch – wenn man die Sprache versteht:
- Verspannte Haltung: Der ganze Körper wirkt angespannt, nicht mehr locker.
- Eingezogener Schwanz: Öfter als sonst und ohne ersichtlichen Grund.
- Aufgekrümmter Rücken: Besonders bei Bauch- oder Rückenschmerzen.
- Gewichtsverlagerung im Stehen: Er steht nie gleichmäßig auf allen vier Beinen.
- Ohren angelegt: Auch ohne Angst oder Unterwürfigkeit.
Diese Zeichen sind so subtil, dass sie oft nur beim direkten Vergleich mit Fotos oder Videos von früher auffallen.
Anzeichen 5: Lecken und Knabbern
Ein Verhalten, das nicht gleich ersichtlich ist: Ständiges Belecken oder Knabbern an einer bestimmten Stelle kann auf Gelenkschmerzen oder Probleme in diesem Bereich hinweisen.
- Pfoten lecken: Kann auf Probleme in Knie, Hüfte oder Schulter hinweisen.
- Flanke oder Rücken lecken: Oft bei Wirbelsäulenproblemen.
- Immer dieselbe Stelle: Das ist der entscheidende Hinweis – nicht gelegentliches Putzen, sondern obsessives Lecken.
Viele Besitzer denken zunächst an eine Allergie oder Langeweile. Oft stecken aber Schmerzen dahinter, die der Hund durch das Lecken zu lindern versucht.
Rassebedingte Risiken
Manche Rassen sind besonders anfällig für bestimmte Probleme. Als Besitzerin eines Dackelmischlings weiß ich: Dackel leiden besonders häufig unter Rückenproblemen. Ihre lange Wirbelsäule bei recht kurzen Beinen macht sie anfällig für Bandscheibenvorfälle und die gefürchtete „Dackellähme“.
Auch große Rassen wie Labradore, Golden Retriever oder Deutsche Schäferhunde haben ein erhöhtes rassebedingtes Risiko für Hüftdysplasie und Ellbogendysplasie. Bei diesen Rassen ist Früherkennung besonders wichtig, da rechtzeitige Physiotherapie den Verlauf deutlich verbessern kann.
Was du tun kannst
Wenn du eines oder mehrere dieser Anzeichen bei deinem Hund bemerkst, heißt das nicht automatisch, dass eine schwere Erkrankung vorliegt. Aber es ist ein Signal, genauer hinzuschauen:
- Beobachte systematisch: Notiere dir über einige Tage, wann und in welchen Situationen die Auffälligkeiten auftreten.
- Dokumentiere: Kurze Videos vom Gang deines Hundes können dem Tierarzt oder Physiotherapeuten helfen.
- Taste vorsichtig ab: Reagiert dein Hund empfindlich auf Berührungen an bestimmten Stellen?
- Wäge ab: Bei akuten, starken Schmerzen oder Lähmungserscheinungen geht es sofort zum Tierarzt. Bei schleichenden Veränderungen kann Physiotherapie oft der erste Schritt sein.
Der große Vorteil meiner mobilen Behandlung: Ich komme zu dir nach Hause und beobachte deinen Hund in seiner vertrauten Umgebung. Dort zeigt er sein natürliches Verhalten – und ich kann mir gleichzeitig anschauen, ob Treppen, Böden oder die Einrichtung die Beschwerden möglicherweise verstärken.
Früh handeln = bessere Prognose
Je früher Schmerzen erkannt und behandelt werden, desto besser die Heilungsaussichten. Was bei Enya der Sturz im Welpenalter ausgelöst hatte, hätte ohne frühzeitige Physiotherapie zu dauerhaften Problemen führen können. Heute, vier Jahre später, führt sie ein aktives, weitgehend schmerzfreies Leben – Therapie sei Dank.
Bei chronischen Erkrankungen wie Arthrose gilt: Die Beschwerden sind oft jahrelang vorhanden, bevor die Behandlung beginnt. Das stille Leiden der Hunde führt zur späten Diagnose. Doch je länger man wartet, desto länger dauert später die Therapie. Dein Hund kann nicht sagen „Mir tut etwas weh“ – aber er zeigt es dir auf seine Art. Du musst nur lernen, seine Sprache zu verstehen.
Du hast eines dieser Anzeichen bei deinem Hund bemerkt? Vereinbare jetzt einen unverbindlichen Beratungstermin bei dir zuhause. Als mobile Physiotherapeutin komme ich in Bietigheim-Bissingen und Umgebung (10 km Radius) zu dir und schaue mir deinen Vierbeiner in seiner gewohnten Umgebung an. Gemeinsam finden wir heraus, was deinem Hund fehlt und wie wir ihm zu mehr Lebensqualität und weniger Schmerzen verhelfen können.
