So genießen beide die Feiertage
Der Duft von Plätzchen liegt in der Luft und Weihnachtslieder laufen in Dauerschleife. Für uns Menschen ist es die besinnlichste Zeit – für unsere Hunde oft eine pure Stressfalle.
Als mobile Physiotherapeutin in Bietigheim-Bissingen erlebe ich es jedes Jahr: Nach den Feiertagen häufen sich die Anrufe wegen unruhiger, verspannter oder lahmender Hunde. Oft sind Stress und fehlende Bewegung die Ursache. Meine eigene Hündin Enya hat mir gezeigt: Mit der richtigen Vorbereitung kommen auch Vierbeiner entspannt durch den Advent.
Hier sind meine wichtigsten Tipps aus der Praxis.
Warum ist Weihnachten Stress für den Hund?
Hunde sind Gewohnheitstiere. An Weihnachten bricht ihre Routine weg:
* Veränderter Tagesablauf: Futter und Spaziergänge verschieben sich.
* Reizüberflutung: Neue Gerüche, laute Gäste, blinkende Deko.
* Stimmungsübertragung: Dein Hund spürt deinen eigenen Weihnachtsstress sofort.
* Bewegungsmangel: Oft fallen die großen Runden dem Kochen oder Besuch zum Opfer.
Das Resultat sehe ich oft in meiner Praxis: Rückenverspannungen (durch Stresshaltung), Verdauungsprobleme (falsches Futter) oder Verhaltensauffälligkeiten.
5 Tipps für entspannte Feiertage
1. Routinen sind heilig
Das größte Geschenk für deinen Hund ist Normalität. Füttere ihn zu den gewohnten Zeiten (Wecker stellen!) und halte die Spaziergänge ein. Ein ausgiebiger Morgenspaziergang baut Energie ab, bevor der Trubel losgeht.
2. Der absolute Rückzugsort
Richte einen ruhigen Platz abseits des Trubels ein (z.B. im Schlafzimmer). Wichtig: Das Körbchen ist Tabu-Zone! Erkläre allen Gästen – besonders Kindern –, dass der Hund dort weder gestreichelt noch angesprochen wird. Wenn du merkst, dass dein Hund unruhig wird (Hecheln, Lippenlecken), schicke ihn aktiv in seine Ruhezone.
3. Klares Besuchermanagement
Kommuniziere Regeln, bevor die Gäste klingeln:
* Der Hund wird erst begrüßt, wenn er ruhig ist.
* Nicht vom Tisch füttern!
* Kinder dürfen den Hund nicht bedrängen oder umarmen.
4. Gefahrenquellen minimieren
* Deko: Vorsicht bei Glaskugeln und Lametta (Verschluckungsgefahr!).
* Kerzen: Nutze am besten LED-Kerzen. Ein wedelnder Schwanz hat schon so manchen Brand ausgelöst.
* Pflanzen: Weihnachtsstern, Mistelzweig und Amaryllis sind giftig für Hunde.
5. Das Festtagsessen: Do’s & Don’ts
Liebe geht durch den Magen, aber bitte hundegerecht!
* Absolut Tabu: Schokolade, Rosinen, Xylit (Birkenzucker), gekochte Knochen, fette Bratenreste und stark Gewürztes.
* Erlaubt: Mageres Fleisch (ungewürzt), gekochte Karotten oder spezielle Hundekekse.
* Tipp: Bereite deinem Hund sein eigenes „Weihnachtsmenü“ vor, damit niemand in Versuchung kommt, ihm etwas vom Tisch zuzustecken.
Der Physio-Tipp: Entspannung durch Berührung
Wenn der Tag sehr aufregend war, hilft oft eine kleine Massage-Einheit am Abend. Streiche mit langsamen, sanften Bewegungen über den Rücken und die Schultern deines Hundes. Das senkt den Muskeltonus, fördert die Bindung und hilft beim „Runterfahren“.
Achte auf Warnsignale: Hecheln ohne Hitze, häufiges Gähnen, Schuppenbildung oder „Einfrieren“ sind klare Zeichen für Stress. Nimm deinen Hund dann sofort aus der Situation.
Ich wünsche dir und deinem Vierbeiner ein wunderschönes, entspanntes Weihnachtsfest! Sollte es nach den Feiertagen doch einmal zwicken, bin ich für euch da. Gerne beantworte ich dir deine weiteren Fragen oder schaue mir deinen Vierbeiner an.
